Altersmedizin

Die Behandlung und Versorgung von älteren Patienten erfordert aus unserer Sicht neben der medizinischen Fachkenntnis vor allem Respekt und Anerkennung für eine Lebensleistung. Diese Einstellung trägt unsere Spezialsprechstunde für Ältere mit neurologischen oder psychischen Problemen. 

Wichtige Aspekte unserer Alterssprechstunde

Alt werden...

Alt werden ist kein Verdienst und keine Auszeichnung, es ist der unvermeidliche Lauf des Lebens. Und es ist nicht leicht. Die Akzeptanz des Alt seins ist ein wichtiger Schritt zu einem ausgeglichenen Selbst in dieser Lebensphase. Gesundes Altern ist ein Bestreben vieler Menschen – und wir beraten Sie gern bei Ihrem persönlichen RIsikoprofil und bei den Möglichkeiten, einigermaßen gesund alt zu werden....(mehr) 

Demenz

Die wohl wichtigste Erkrankung des höheren Lebensalters ist die Demenz. Neben der bekannten Form des Morbus Alzheimer (Alzheimer-Demenz) gibt es eine Vielzahl anderer dementieller Störungen. Einige dieser Demenzformen können sogar, wenn sie früh genug erkannt werden, erfolgreich behandelt werden.  Bei allen Patienten, die an einer Demenz leiden, versuchen wir aber vor allem, den Verlauf erträglich zu gestalten und zu entlasten....(mehr) 

Depression, Angst

Viele ältere Patienten leiden unter depressiven Symptomen, unter Ängsten und Sorgen. Da sind Einsamkeit, fehlende Perspektive und körperliche Beschwerden oft nur noch eine zusätzliche Belastung. Solche Beschwerden sind durch den Einsatz von geeigneten Therapien (Psychotherapie und Medikamente) durchaus gut zu verbessern - und die Lebensqualität deutlich zu steigern. 

Bewegungs-störungen

Die neurologischen Beschwerden im Alter sind oft Bewegungsstörungen - etwa nach einem Schlaganfall, bei Morbus Parkinson oder anderen Nervenschäden. Auch Gefühlsstörungen und Schmerzen, etwa bei Polyneuropathie, sind im Alter häufig. Hier ist aus unserer Erfahrung zwar keine Heilung möglich, aber eine gute Verbesserung und Entlastung kann erreicht werden. 

Behandlungsablauf

Arztgespräch. Bei neuen Patienten steht in der Alterssprechstunde immer das Gespräch an. Eine sorgfältige Erhebung von Beschwerden und Problemen, eingebettet in die Biografie des Patienten, ist uns sehr wichtig. 

Untersuchungen. Entsprechend der Beschwerden und Befunde im Arztgespräch erfolgen dann die Untersuchungen. Wir führen eine Vielzahl an Untersuchungen im NPZ durch, etwa Demenztestungen, Depressions-Tests, Nervenmessungen und EEG. Bei Bildgebungen (MRT, CCT) verweisen wir auf die Röntgenpraxen in der Nähe. 

Behandlungsplanung. Es ist uns wichtig, dass wir dann eine Behandlung mit dem Patienten und ggf. Angehörigen und Pflegenden abstimmen. Dazu informieren wir über die Ergebnisse der Untersuchungen und beraten, welche Behandlungen möglich sind. Dann wird – nach Zustimmung von Patienten und ggf. Vertreter – die Behandlung begonnen.  

Verlaufskontrolle. Selbstverständlich stehen wir auch im Verlauf zur Verfügung für Fragen und wir kontrollieren, wie sich der Befund unter der Behandlung entwickelt und verändert hat. Dann erfolgen natürlich auch Anpassungen der Behandlung. 

Termin in der Alterssprechstunde vereinbaren

Für einen Termin in der Spezialsprechstunde für Ältere nutzen Sie bitte dieses Formular. Tragen Sie ggf. Wünsche (Wochentage, Vormittag/ Nachmittag) oder andere Hinweise in das Feld "Nachrichten" ein. 

Gesund alt werden...

Alt werden ist kein Verdienst und keine Auszeichnung, es ist der unvermeidliche Lauf des Lebens. Und es ist nicht leicht. Die Akzeptanz des Alt seins ist ein wichtiger Schritt zu einem ausgeglichenen Selbst in dieser Lebensphase. Gesundes Altern ist ein Bestreben vieler Menschen – und wir beraten Sie gern bei Ihrem persönlichen RIsikoprofil und bei den Möglichkeiten, einigermaßen gesund alt zu werden.

Mit zunehmendem Lebensalter nehmen die körperlichen und geistigen Kräfte ab – das scheint ein festgesetztes Diktum zu sein. Krankheiten nehmen zu, Beschwerden werden deutlicher. Doch man kann etwas tun. Im folgenden erfahren Sie, wie "alt werden" aus neurologischer und psychiatrischer Sicht "normalerweise" verläuft. Daneben haben wir Informationen vorbereitet, wie sich bestimmte Erkrankungen auswirken können und was man dagegen tun kann. 

Die körperliche Belastbarkeit nimmt mit dem zunehmenden Alter ab. Die Stabilität der Knochen geht zurück, die Muskelkraft wird weniger, oftmals fällt eine Einschränkung der Feinmotorik auf. Noch deutlicher können die Einschränkungen in den Sinnen sein – das Fühlen und Tasten wird schlechter, Hören lässt nach und auch das Sehen, Riechen und Schmecken ist nicht mehr so "wie früher". Wie kommt das? Bis heute ist nicht genau geklärt, warum wir "altern". Das wie hingegen scheint einigermaßen erkennbar, es sind die genetischen Prozesse der Zellerneuerung und der Zellaktivität, die sich im Lauf der Zeit gewissermaßen abnutzen. Die Zyklen einer Zelle im Körper werden langsamer und treten seltener auf, sodass die Reparaturvorgänge schlechter funktionieren und Schädigungen der Zelle bleibenden Eindruck hinterlassen. Hinzu kommen Stoffwechselvorgänge, die sich verlangsamen und dann z.B. zu einem Verlust von Feuchtigkeit im Gewebe führen können, was ebenfalls die Funktion von Zellen und Geweben verschlechtert.  

Die geistige Leistungsfähigkeit nimmt mit dem Alter ebenfalls ab. Das ist ein "normaler Vorgang". Dabei ist es nicht so, dass alle geistigen Funktionen gleichermaßen abnehmen, sondern nur einzelne. Hier ist etwa die Reaktionsgeschwindigkeit und die Flexibilität im Denken betroffen. Auch das Neu-Lernen von Inhalten ist im Alter schwerer, als es in jungen Jahren ist. Hingegen sind Funktionen, die mit Altgedächtnis zu tun haben oder bei denen Erfahrungen eine Rolle spielen, auch im höheren Lebensalter in der Regel noch gut verfügbar. Zudem sind Abwägung von Inhalten und Verständnis für Zusammenhänge oftmals bis ins hohe Lebensalter gut ausgeprägt. 

Demenz

Wenn die geistige Leistungsfähigkeit so deutlich abnimmt, dass die Bewältigung des alltäglichen Lebens nicht mehr zu schaffen ist, wenn die Erinnerung an das eigene Leben und die Ereignisse im Alltag immer schlechter wird und die Fähigkeit verloren geht, das Verhalten den wechselnden Situationen des Tages anzupassen, dann kann das ein Hinweis auf eine Demenz sein.  

Es gibt eine Vielzahl von Demenz-Erkrankungen. Eine der bekanntesten ist die sogenannte Demenz vom Alzheimer-Typ. Dies ist eine "neurodegenerative Erkrankung", bei der Nervenzellen im Gehirn absterben und dadurch die Symptome der Demenz auslösen. Es gibt noch andere solche Erkrankungen, etwa die "Pick-Demenz" oder fronto-temporale Demenz und die Demenz vom Lewy-Body-Typ. Daneben kommt es bei Durchblutungsstörungen, etwa wenn kleine Blutgefäße durch Bluthochdruck oder Diabetes mellitus geschädigt werden, zum Verlust von Nervenzellen im Gehirn. Daraus kann eine "vaskuläre Demenz" entstehen. Auch durch Schädigungen von Nieren oder Leber können durch die schädlichen Abbauprodukte, die im Blutkreislauf zirkulieren, Demenz-Erkrankungen entstehen. Auch durch eine mechanische Belastung des Gehirns durch das Hirnwasser kann es zu einem Demenz-Bild kommen (Normaldruckhydrozephalus). Letztlich kann eine Demenz auch durch die Schädigung des Gehirns im Rahmen von Mangel- und Fehlernährung oder bei schwerer Suchterkrankung ausgelöst werden (Alkoholbedingte Demenz, Korsakow-Syndrom). 

Diagnostik einer Demenz

Anamnese und Untersuchung

Im Gespräch mit dem Patienten und den Angehörigen werden die Verlaufsgeschichte und die Beschwerden und Auffälligkeiten herausgearbeitet. Dann wird eine Untersuchung durchgeführt, um begleitende Befunde zu erkennen.  

Laborwerte

Es werden Blutuntersuchungen, insbesondere auf Leber-, Nieren- und Schilddrüsenfehlfunktionen, im Einzelfall auch Vitamin-Spiegel und Blutzucker, durchgeführt. Damit können metabolische Demenzen erkannt werden. Manchmal ist eine Untersuchung des Nervenwassers erforderlich 

Bild-Untersuchungen

Zur ersten Diagnostik einer Demenz gehört immer auch eine Bild-Untersuchung, in der Regel heute durch ein MRT (Magnet-Resonanz-Tomografie), in manchem Fällen auch mittels eines cCT (cranielle Computer-Tomografie). Hierdurch können auffällige Entwicklungen im Gehirn erkannt werden und die Diagnose gesichert werden.  

Testungen

MIt Methoden der kognitiven Neurologie/ Neuropsychologie werden die aktuell bestehende geistige Leistungsfähigkeit und die psychische Belastung untersucht. Dazu werden im ersten Schritt Screening-Verfahren (z.B. MoCA, PHQ, MMST, Uhrentest) eingesetzt und – wenn sich Auffälligkeiten ergeben – weitergehende Testungen umgesetzt.

Neuropsychiatrisches Zentrum Hamburg-Altona NPZ GmbH
Stresemannstr. 23, 22769 Hamburg

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