Wichtige neurologische Erkrankungen im Zentralen Nervensystem

Parkinson

Die Parkinson-Erkrankung ist eine vorwiegend im höheren Lebensalter auftretende Einschränkung der Funktion von ganz bestimmten Nervenzellen, die mit dem Botenstoff Dopamin funktionieren. Zu wenig Dopamin führt dann zu Symptomen wie Muskelsteifigkeit (Rigor), Zittern (Tremor), Bewegungsarmut (Hypokinese) und anderen Störungen. Wir untersuchen umfangreich mit klinischen und technischen Verfahren und Testen zudem funktionell und kognitiv. Daneben sind MRT, DAT-Scan und andere bildgebende Verfahren sinnvoll. In der Behandlung erstellen wir eine komplexe Medikationsplanung und individuelle Unterstützung, etwa durch Physiotherapie.

Epilepsie

Epilepsie ist eine plötzlich auftretende und mehr oder weniger schnell wieder verlaufende Funktionsstörung des Gehirns, bei der es zu rhythmischen Entladungen der Nervenzellen kommt. Diese können nur einen Teil des Gehirns (fokal) oder das gesamte (generealisierte) Gehirn betreffen. Ursachen können eine Hirnerkrankung/-verletzung sein (symptomatische Anfälle) oder eine Veranlagung (idiopathische Anfälle). An einer Epilepsie kann man in jedem Lebensalter erkranken. Wir versuchen hier, eine Anfallsfreiheit zu erreichen. Die Diagnostik erfolgt mit der Untersuchung von Hirnströmen im EEG, gelegentlich muss eine stationäre Untersuchung über Nacht erfolgen. 

Meningitis

Entzündungen mit Viren und Bakterien führen zu HIrnhautentzündung oder sogar Hirnentzündung (Encephalitis). Das muss in der Regel in der Akutphase in einer Klinik stationär behandelt werden. In der Folge einer solchen Erkrankung kommt es aber nicht selten zu langwierigen Heilungsprozessen mit verminderter Leistungsfähigkeit, Erschöpfung, Kopfschmerzen und vielen anderen Symptomen.
Wir begleiten Patienten hier und versuchen durch individuelle Behandlungspläne nicht nur den Verlauf zu verbessern, sondern auch soweit möglich frühere Leistungen wieder erreichbar zu machen. 

Kopfschmerz und Migräne

Es gibt dutzende von Kopfschmerz-Arten. Eine davon ist die Migräne. Hier kommt es neben Kopfschmerzen zu zusätzlichen Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen oder Lichtempfindlichkeit. Bei einigen Migräne-Patienten treten auch optische, sensible oder motorische Ausfälle auf.

Migräne-Anfälle werden, in Abhängigkeit von der Anfallsart und der Anfallsschwere, mit Medikamenten verschiedener Wirkstoffgruppen behandelt. Zusätzlich kommen Entspannungsverfahren zum Einsatz. Zur Therapieplanung nehmen wir einen Kopfschmerzkalender. Vorbeugend kann man auch mit Botox® behandeln.

MS

Multiple Sklerose (MS) ist eine entzündliche immunvermittelte Erkrankung des zentralen Nervensystems. Die MS kann zu vielfältigen Symptomen führen, wie z.B. Sehstörungen, Gefühlsstörungen, Lähmungen und Schmerzen.

Wir führen alle klinischen und technischen Untersuchungen durch, um eine MS zu diagnostizieren bzw. den Verlauf zu begleiten. Für die Behandlung entwickeln wir ein individuelles Behandlungskonzept mit modernen Therapien, u.a. Cortison-Stoßtherapie iv oder als Tabletten, Langzeittherapie machen wir mit Interferon-Therapie, Copaxone, Aubagio, Gilenya, Tysabri und den aktuellen Antikörper-Therapien

Schlaganfall

Bei dem Schlaganfall handelt es sich um eine akute Erkrankung des Gehirns in der Folge einer Durchblutungsstörung. Das führt zu einer Kraftminderung, Gefühlsstörungen und Sprachverlust.
Ein Schlaganfall muss als Notfall in einem Krankenhaus mit Stroke-Unit innerhalb eines Zeitfensters von 6 Stunden behandelt werden. Der Transport ins Krankenhaus erfolgt durch Notruf 112.

Die Vorsorge und die Nachbehandlung von Schlaganfällen erfolgt ambulant. Wir beraten Sie beim Schlaganfallrisiko durch Untersuchungen der Hals- und Hirnschlagadern (Doppler-Sonographie). Neben Medikamenten helfen Physiotherapie, Logopädie und Ergotherapie. 

Wichtige neurologische Erkrankungen im peripheren Nervensystem

Karpaltunnelsyndrom

Das Karpaltunnelsyndrom (KTS) ist eines der häufigsten Nervenengpasssyndrome. Es gibt aber auch noch am Ellenbogen das Ulnarisrinnen-Syndrom sowie am Bein das sogenannte Peroneus-Syndrom.

Diese Engpasssyndrome führen zu typischen Ausfallerscheinungen und Störungen von Gefühl und Kraft. Wir untersuchen das mittels klinischer Untersuchung, NLG und EMG. Die Behandlung ist eine konservative oder operative Therapie.

Nervenwurzelschaden bei Bandscheibenvorfall

Durch den Verschleiß von Bandscheiben und oder Verengungen der Nervenaustrittskanäle der Wirbelsäule kommt es oft zu schmerzhaften Nervenwurzelreizungen oder Nervenschädigungen. Das kann sich "nur" in Schmerzen, aber auch in Taubheit und Lähmungen äußern. Die Diagnose stellen wir nach einer neurologischen Untersuchung und technischen Untersuchungen (NLG, EMG, SEP, Bildgebung). Die Therapie ist manchmal operativ sinnvoll, oft aber auch konservativ ausreichend.

Polyneuropathie

Bei einer Polyneuropathie kommt es meist zu Missempfinden und sogar Schmerzen, aber auch zu Gefühlsstörungen oft zuerst an den Füßen. Später können auch Lähmungen hinzukommen. Die Ursache kann sehr vielfältig sein. Am häufigsten verursachen Stoffwechselerkrankungen, wie z.B. Diabetes,  Nieren- oder Schilddrüsenstörungen oder Vitamin-Mangel-Zustände eine Polyneuropathie.

Oft werden Schmerzen aber auch als "psychosomatisch" beschrieben, obwohl eine Nervenschädigung vorliegt. Deswegen ist eine sehr sorgfältige Untersuchung hier erforderlich, zum Teil auch mit Laser-SEP.  In der Behandlung stehen Medikamente und Physiotherapie an erster Stelle. 

Muskeldystrophien

Die Muskeldystrophien sind eine Gruppe von Muskelerkrankungen, bei denen Störungen im Erbgut zu Defekten in der Verarbeitung von Proteinen der Muskulatur führen. Dies führt zu Muskelschwäche und Muskelschwund. Alle Muskeldystrophien sind durch fortschreitend, einhergehend mit Umbauprozessen der Muskulatur. Die einzelnen Muskeldystrophien unterscheiden sich hinsichtlich der Art der Vererbung.
Wir untersuchen hier mit dem EMG und den Motorischen Evozierten Potentialen (MEP).  Eine kausale Behandlungsmöglichkeit, die das Fortschreiten der Muskeldegeneration aufhalten kann, ist bislang nicht bekannt, deswegen werden lindernde Medikamente und Physiotherapie eingesetzt.

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